Sehr geehrter Herr Landrat Seefeldt,
sehr geehrte Beigeordnete,
sehr geehrte Kreistagskolleginnen und -kollegen
zunächst möchten wir Danke sagen: unserer Verwaltung, dem Planungsbüro RV-K und auch dem ADFC, der den Prozess mitunter im Lenkungskreis und darüber hinaus fachlich begleitet hat. Und natürlich auch den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich beim Bürgerbeteiligungsverfahren eingebracht hatten.
Allein in der ersten Beteiligungsrunde sind 1.197 Meldungen zu Gefahrenstellen sowie fehlenden oder mangelhaften Radverbindungen eingegangen. In einer zweiten Runde konnten dann die konkreten Maßnahmen bewertet und kommentiert werden. Das zeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist.
Wir GRÜNE freuen uns natürlich ganz besonders, dass dieses Radverkehrskonzept heute „endlich“ vor uns liegt. Denn der Weg dahin war lang.
Bereits 2017 hatte unsere damalige GRÜNE Kreistagsfraktion einen ersten Antrag zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur gestellt und im Dezember desselben Jahres als Haushaltsbegleitantrag ganz konkret 100.000 Euro für die professionelle Erstellung eines kreisweiten Radwegekonzeptes für den Alltagsverkehr beantragt.
2020 hatten wir das mit unserem Antrag für eine Machbarkeitsstudie zu wichtigen Pendlerverbindungen weiter konkretisiert – unter anderem für Annweiler–Landau, Herxheim–Landau, Offenbach–Landau oder Edenkoben–Landau.
Das Thema wurde anschließend zusammen in einem gemeinsamen Koalitionsantrag in der Vorgänger-Koalition weitergeführt und heute haben wir endlich das kreisweite Konzept auf dem Tisch.
Und das kann sich sehen lassen: 654 Kilometer Zielnetz, das unsere Gemeinden miteinander sowie mit Grundzentren, Bahnhöfen und Schulen verbindet.
Und wenn man sich anschaut, was das konkret bedeutet, wird der Wert dieses Konzeptes deutlich.
U.a. im Ergebnisbericht: Auf Seite 16 finden wir die Pendler-Radrouten Landau–Neustadt, Landau–Bad Bergzabern–Wissembourg und Landau–Pfalzklinikum Klingenmünster. Damit denken wir Radverkehr ganz bewusst über Gemeinde-, Kreis- und bei Wissembourg sogar über die Landesgrenze hinweg.
Aber genauso wichtig sind die ganz konkreten Lückenschlüsse vor Ort. Ein schönes Beispiel findet sich auf Seite 15 mit Lug–Sarnstall entlang der K 65. Dort ist ein Wegeneubau vorgesehen und genau solche Netzlücken sind entscheidend, weil Radfahrende heute teilweise Umwege fahren oder auf Straßen ohne eigene Radverkehrsinfrastruktur ausweichen müssen.
Genau deshalb ist dieses Konzept für uns heute vor allem eines: eine konkrete Arbeitsgrundlage für die Umsetzung vor Ort.
Jetzt sind unsere Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden gefragt, die Maßnahmen aufzugreifen, die entsprechenden Haushaltsmittel einzustellen und Fördermöglichkeiten zu nutzen. Das Konzept liefert dafür die fachliche Grundlage und die Priorisierung.
Und einen Satz aus unserem GRÜNEN Antrag von 2017 finden wir heute fast schon passend.
Dort hieß es:
„Es ist nicht zu erwarten, dass alle genannten Verbindungen sofort realisiert werden.“
Das gilt natürlich auch heute.
Aber nachdem wir jetzt fast zehn Jahre bis zu diesem Konzept gebraucht haben, würden wir uns schon wünschen, dass die Umsetzung nicht noch einmal zehn Jahre dauert 😉
Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem Radwegeverkehrskonzept den Start in die Umsetzungsphase gehen und stimmen als GRÜNE Fraktion dem Radverkehrskonzept selbstverständlich sehr gerne zu.
Mehr Infos zum Radverkehrskonzept unter:
https://radverkehrskonzept-suedliche-weinstrasse.de/