Stellungnahme zu TOP 7: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten

Sehr geehrter Herr Landrat Seefeldt,

sehr geehrte Beigeordnete,

liebe Kreistagskolleginnen und -kollegen,

zuerst möchten wir den Mitarbeiterinnen des Gleichstellungsbüros Südliche Weinstraße, Frau Stähle und Frau Ditel, herzlich für ihren Bericht danken. Frau Stähle, auch vielen Dank für den kurzen, aber sehr wertvollen Austausch neulich beim Frauenstreik in Landau.

Der Bericht macht eindrücklich sichtbar, wie viel Engagement, fachliche Kompetenz und

persönlicher Einsatz hinter dieser Arbeit stehen. Er zeigt aber auch deutlich: Wir sind beim Thema Gleichstellung noch lange nicht dort, wo wir sein sollten.

Besonders alarmierend sind die Entwicklungen bei häuslicher Gewalt. Ein Blick auf die Zahlen: 12 Beratungen wegen Gewalt im Jahr 2024, 15 im Jahr 2025 — viele davon sind Wiederholungsfälle. Wenn man diese Werte mit den Polizeistatistiken der PI Edenkoben, PI Bad Bergzabern und PI Landau vergleicht, wird eines klar: die Zahlen steigen. Beispielhaft hier nur mal die Zahlen aus der Kriminalstatistik der PI Edenkoben , dessen Einzugsgebiete die VG Edenkoben und Maikammer umfasst:

Im Jahr 2024 kam es zu 92 Fällen partnerschaftlicher Gewalt und zu zwei Fällen innerfamiliärer Gewalt. 2023 waren es noch 75 Fälle.

Und wir möchten hier konkret auf die Gewalt gegen Frauen eingehen. Diese sind kein Einzelfall. Selbstverständlich ist Gewalt gegen wen auch immer, insbesondere auch Kinder nicht weniger schlimm. Aber hier jetzt das Augenmerk auf die Frauen. Für viele Frauen ist sie eine andauernde Realität — real und digital. Hinzu kommen zahlreiche Anfragen nach Schutzplätzen, während die Kapazitäten bei uns im Landkreis begrenzt sind. Das ist ein deutliches Signal: Die vorhandenen Hilfsangebote sind unverzichtbar, doch sie stoßen an ihre Grenzen!

Deshalb müssen wir die vorhandenen Strukturen weiter stärken: Beratungen, Schutzwohnungen, Frauenhäuser, Präventionsarbeit und Netzwerke wie „STOPP“ sind und bleiben unverzichtbar.

Und trotzdem: Strukturen allein reichen nicht aus. Jeder von uns kann im Alltag etwas beitragen. Heute möchten wir ganz bewusst die Männer ansprechen: Oft sind es die kleinen Situationen, in denen sich etwas entscheidet: beim Feierabendschorle, nach dem Vereinstraining o.ä., beim

Mittagstisch im Betrieb oder im Freundeskreis. Wenn jemand abfällig über Frauen spricht, dann beginnt Haltung zeigen auch genau dort.

Es geht nicht immer darum, große Reden zu schwingen. Sondern, nicht mitzumachen. Ein Einfaches: Stopp „Das ist nicht okay.“ das kann auch schon etwas bewirken!

So entsteht Haltung – wie von Ihnen Frau Stähle eingangs im Bericht beschrieben. Und genau dort beginnt mitunter Prävention.

Vielen Dank!

Simone Fischer-Gora für die Fraktion der Grünen im Kreistag SÜW